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Die schiefe Bahn
Enttäuscht, verstört und in finanzieller Not geriet Karl May immer mehr auf die schiefe Bahn, zumal er seine Erlebnisse in ihm schwere psychische Störungen auslösten. Zwar versuchte er fast zwei Jahre lang, sich selber zu stabilieren, schrieb Poesie und Lieder und zog mit einer Theatergruppe umher, doch schließlich wandte er sich der Hochstapelei zu, einer kriminelle Laufbahn, bei der ihm seine reiche Phantasie sehr zu Gute kam und die ihm die Anerkennung verschaffte, die er sonst nicht hatte erreichen können. So gab er sich als der Augenarzt "Dr. Heilig" aus, ließ sich Kleidung maßschneidern und verschwand, ohne sie zu bezahlen, prellte die Zeche und stahl auf trickreiche Weise mehrere Damenpelze. Schließlich wurde er jedoch überführt und zu vier Jahren Arbeitshaus verurteilt. Im Laufe der Zeit wurde dort sein musikalisches Talent entdeckt - er sang im Gefängnis-Kirchenchor und spielte Posaune, zudem arbeitete er als Schreiber und konnte die Bibliothek des Gefängnisses für Studien nutzen. Wegen guter Führung wurde er fast ein Jahr früher aus der Haft entlassen.
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