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Die Legende Old Shatterhand - und der spätere Karl MayIn den 90er Jahren machte sich das Augenleiden Karl Mays wieder bemerkbar und er fürchtete sich davor, noch einmal blind zu werden. Von seinen gesundheitlichen Problemen abgesehen ging es jedoch weiter bergauf - 1895 kaufte er eine Villa, die später als "Villa Shatterhand" bekannt werden sollte, und die Legende des mutigen Freundes der Apachen breitete sich immer weiter aus, so dass sich schließlich zahlreiche Fanclubs gründeten. 1896 wird Karl May von dem Fotografen Alois Schießer in verschiedenen Kostümen als Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi abgelichtet - Fotos, die noch heute berühmt sind. 1898 wird er sogar von ihrer Kaiserliche Hoheit Erzherzogin Maria Therese empfangen. 1899 reist er zum ersten Mal tatsächlich selber in den Orient, eine Reise, die ihn nach eigenen Aussagen sehr verändert. Währenddessen gab es in Deutschland heftige Angriffe gegen Karl May und die Old-Shatterhand-Legende, die immer polemischer und boshafter wurden. Karl Mays Jugendsünden wurden aufgedeckt, die literarischen Qualitäten seiner Werke angezweifelt, er wurde der Verfassung von Unsittlichkeiten bezichtigt, zahlreiche Prozesse und Streitschriften folgten in den kommenden Jahren. Diese Machenschaften trugen sicherlich zu der schrittweisen Verschlechterung von Karl Mays Gesundheitszustand bei. |
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Als May 1900 nach Deutschland zurückkehrte, hatte er selber Old Shatterhand hinter sich gelassen. Sein Interesse galt nun der Aussöhnung der Völker und der Menschenliebe, seinen Friedensideen und den Gedanken an ein überkonfessionelles Christentum - das Spätwerk des Schriftstellers unterscheidet sich somit tiefgreifend von den Romanen, mit denen er berühmt geworden war. 1902 trennt sich Emma von Karl May, der mit der Witwe seines früheren Freundes, Klara Plöhn, zusammen kam und hier eine neue Art von Vertrautheit fand - er heiratete sie 1903, sehr kurz nach der Scheidung von Emma. 1908 reiste er zusammen mit seiner neuen Frau erstmal nach Amerika und sah das Land, in dem so viele seiner bekanntesten Romane spielen.
1911 erkrankte Karl May abermals schwer - nach dem Stress der vielen Verhandlungen und Prozesse, der Anfeindungen aller Art war er sehr geschwächt und litt an einer Lungenentzündung.
Am 22. März 1912 hielt Karl May jedoch im Wiener Sofiensaal vor mehr als 2000 Zuhörern seine Friedensrede "Empor ins Reich der Edelmenschen", in der er sein Leben und Werk verteidigte und die pazifistischen Lehren der mit ihm befreundeten Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner pries. Die Rede fand großen Anklang und zeigte die Tiefe, die Weisheit und die Güte des Schriftstellers.
Am 30. März 1912 starb Karl May schließlich in seiner "Villa Shatterhand" an seiner Lungenerkrankung.
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